Responsible Jewelry - ein Herzensthema!

WHY I CARE

2016 stand ich in Bolivien in einer illegalen Mine, in der unter anderem Silber abgebaut wurde. Auch von Kindern. Unter schlimmsten Bedingungen, ohne jegliche Schutzvorkehrungen, mit katastrophalen Folgen für Mensch und Umwelt. Die Minenarbeiter werden kaum älter als 40 Jahre, die meisten sterben an einer sogenannten Staublunge, eine Folge der gefährlichen Arbeit. Damit das Geld zum Überleben reicht, müssen die Kinder oft mitarbeiten, anstatt zur Schule zu gehen oder zu spielen. Dieses Erlebnis hat mich bis heute nachhaltig geprägt und für mich war in diesem Moment klar, dass ich für meinen Schmuck ausschließlich recyceltes Gold und Silber verwenden werde. 

 

URBAN MINING

Ich bin der Meinung, dass bereits genug abgebautes Gold und Silber im Umlauf ist und verwende für meinen Schmuck ausschließlich Edelmetalle, die durch Urban Mining wiedergewonnen werden. Beim Urban Mining wird bereits vorhandenes Gold und Silber in einer Scheideanstalt recycelt und so wiederaufbereitet, dass es neu verarbeitet werden kann. Aus altem Schmuck, Zahngold, Silberbesteck oder den Platinen in Handys und Tablets entsteht so das Material für neue Schmuckstücke, ohne dass dafür Mensch und Umwelt zu Schaden kommen. Das dadurch wiedergewonnene Edelmetall ist ressourcenschonend, konfliktfrei und verursacht bis zu 95% weniger CO2 Emissionen als Minengold und -silber. Ich beziehe Edelmetalle ausschließlich von der Scheideanstalt C. Hafner aus Pforzheim, eines der führenden Unternehmen der Branche und die weltweit erste Scheideanstalt mit CO2-neutralem Gold-Scheideprozess.

GIVING BACK

Um wirklich verantwortungsvollen Schmuck herzustellen, reicht es nicht, nur auf recycelte Materialien zurückzugreifen. Wir müssen die Menschen im globalen Süden, die unmittelbar von der dreckigen Schmuckindustrie betroffen sind, mitdenken. Denn trotz der immer weiter steigenden Nachfrage nach recycelten Materialien, wird weiter Gold und Silber abgebaut. Schätzungsweise 25-30 Mio Menschen, davon 1 Mio Kinder, arbeiten unter schwersten Bedingungen im kleinhandwerklichen Goldabbau (Artisanal and small-scale gold mining = ASGM). Deshalb spende ich 5% meines Gewinns an gemeinnützige Organisationen wie z.B. die Earthbeat Foundation, die Menschen vor Ort dabei unterstützen, sich eine alternative Einkommensquelle zum Goldabbau zu schaffen.  

NACHHALTIGE PRODUKTION

Nachhaltigkeit ist für mich kein Buzzword, sondern eine Haltung. Mein Anspruch ist es, den gesamten Herstellungsprozess so umweltschonend und transparent wie möglich zu gestalten. Durch die Nähe zur Goldstadt Pforzheim sind die Lieferwege kurz und ich beziehe das recycelte Gold und Silber direkt aus der Region. Ich schätze meine enge Zusammenarbeit mit Familienbetrieben und achte neben strengen Auswahlkriterien darauf, dass diese wenn möglich von Frauen geführt werden (leider immer noch eine Seltenheit in der Schmuckbranche). Die Studio Maroh Schmuckboxen und das Verpackungsmaterial werden aus recyceltem Altpapier hergestellt und tragen das FSC Siegel, die Schmuckbeutel sind aus Fairtrade Baumwolle. Der Versand erfolgt mit DHL Go Green. Natürlich gibt es immer noch Bereiche, in denen ich noch besser werden kann und möchte - falls dir etwas auffällt, freue ich mich über dein Feedback an hello@studiomaroh.com.

 

RESPONSIBLE JEWELLERY COUNCIL

Ich suche meine Zulieferer mit größter Sorgfalt und unter strengsten Kriterien aus. Alle Zulieferer sind Mitglied im Responsible Jewellery Council (RJC), ein Zusammenschluss von internationalen Unternehmen und Handelsverbänden der Gold- und Diamantenindustrie. Ihre Mitglieder verpflichten sich zur Einhaltung ethischer, sozial- und umweltverträglicher Standards entlang der gesamten Leistungskette. Konkret bedeutet das: keine Kinderarbeit, keine Edelmetalle aus Konfliktgebieten, faire Bezahlung der Mitarbeiter*innen und ein umweltschonender Umgang mit unseren Ressourcen.